Immer wieder zum Heulen – Mensch und Wolf

In letzter Zeit hat es hier im Dorf erneut einige Wolfssichtungen durch Foto- und Filmaufnahmen belegt, gegeben. Wir haben mittlerweile ortstreue Wölfe hier und vielleicht wird sich sogar irgendwann ein Rudel bilden.

wölfe

Gestern habe ich an einem Informationsabend zu der Sitution der Wölfe in unserem Landkreis Osterholz teilgenommen. Die Besucher konnten an die eingeladenen Experten Fragen stellen. Leider waren einige (lautstarke) Wolfsgegner vertreten, die den Eindruck erweckten, daß sie gar keine Infos hören, sondern nur ihren üblichen Frust ablassen wollten. Eine sachliche Diskussion um Ansätze zu finden, wie man zum Beisp. mit dem Problem von Nutztierrissen umgehen könnte, war nicht möglich. (in unserem Landkreis gab es bislang keine Nutztierrisse durch Wölfe)

Grauwolf

Wie so oft bei diesen emotional geführten Diskussionen traten die meisten Wolfsgegner verbal recht aggressiv auf. Erschreckenderweise outeten sich viele von ihnen als Unwissende, die sich mit dem Thema Wolf, sprich seiner Lebensweise, Ernährung, Rudelgröße und Verhalten, weder auskannten, noch sich jemals ernsthaft damit beschäftigt haben. Zu hören waren die üblichen Sprüche und Vorurteile – der Wolf frisst den Wald leer, wir bekommen eine Wolfsplage, alle Nutztiere müssen eingesperrt werden, der hat seine Scheu verloren oder der Wolf frisst unsere Kinder……usw. usf.

Diese gestrige Erfahrung bringt mich dazu einen alten Blogartikel hier noch einmal in leicht veränderter Form einzustellen:

Mit voranschreitender Verbreitung dieser Tiere in Deutschland, liest man leider immer wieder falsche und unwahre Berichte und Meinungen über Wölfe. Vielleicht aus Unverständnis, Intoleranz, Angst, Wut oder sonst was.

Es gibt Menschen, die meinen, daß ein Tier, wie der Wolf oder der Luchs, hier in unserer Kulturlandschaft nicht mehr hingehören.

So, als ob wir es zu bestimmen hätten, welches Tier mit uns leben darf und welches nicht.

Dabei können wir hier in Deutschland stolz darauf sein, daß der Wolf völlig freiwillig zu uns zurückgekehrt ist und das nach vielen Jahren Verfolgung und Ausrottung durch den Menschen.

nabu-pappwoelfe

 

Ich habe auch gestern Abend wieder die Behauptung gehört, der Wolf wäre hier von „Tierschützern“ ausgesetzt worden, was natürlich absoluter Quatsch ist. Die letzten 17 Jahre haben uns gezeigt, wie schnell sich der Wolf hier ansiedelt und erfolgreich vermehrt.

 

Aber, das Rotkäppchen-Syndrom ist wieder da. Ängste werden geschürt, wie, man könne den Wald nicht mehr betreten oder Kinder dort spielen lassen. Gestern vernahm ich von einer Wolfsgegnerin, der Wolf wäre dafür verantwortlich, wenn viele Kinder nicht mehr draußen spielen, sondern drinnen vor dem Bildschirm sitzen. Super! Jetzt muss der Wolf also schon als Sündenbock für unsere selbstgemachten, gesellschaftlichen Probleme herhalten. Welch ein Hohn.

Diese Beispiele zeigen so deutlich, wie sehr sich der Mensch von der Natur entfernt hat und den natürlichen Nutzen dieser Tiere für unsere Natur, nicht sehen oder verstehen will.

Nebenbei gesagt, gibt es jetzt seit 17 Jahren wieder Wölfe in Deutschland und es gibt keinen einzigen Angriff auf einen Menschen. Aber immer wieder wird von „Problemwölfen“ gesprochen, die entnommen werden müssten. Hierbei stellt sich leider oft der Mensch selbst als das eigentliche Problem dar, denn dem Wolf ist es völlig egal, ob wir hier leben oder nicht.

winter-im-moor

Wer sich über Wölfe informieren will, kann das gut auf der Seite des NABU.

Ich selber bin Wolfsbotschafterin des NABU und beantworte gerne Fragen zum Thema Wolf. Ich bin allerdings kein Ablassventil für den Frust einzelner Wolfsgegner, die zur konstruktiven Kritik nicht bereit oder fähig sind.

 

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